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"mixed_me" Theateraufführung mit Thementag zu Intersexualität

Premiere: Donnerstag 24.11.2016 - 20 Uhr im Südufer, Freiburg Weitere Vorstellungen: Freitag 25.11. und Samstag 26.11.2016 jeweils 20 Uhr Südufer Freiburg

»Welche seltsame Verblendung zwang mich, diese absurde Rolle bis zum Ende durchzuhalten? Ich kann es mir nicht erklären. Vielleicht diese Sehnsucht nach dem Unbekannten, die für den Menschen so natürlich ist.«
Alexine/Abel Barbin

Ein Sternchen am Ende von Substantiven. Ein drittes Geschlecht, kein Geschlecht, Mann und Frau gleichzeitig, weder Mann noch Frau?
Immer schon versucht der Mensch sich Erklärungen zu geben für die außergewöhnliche Erscheinung der Hermaphroditen, in der heutigen Sprache »intersexuelle Menschen«. Erklärungen, die unterschiedliche Umgangsweisen generierten und generieren, die bis in das Heute hinein auch immer wieder mit Entrechtung und Gewalt verbunden sind. Sich jeglicher Kategorisierung entziehend, wurden intersexuelle Menschen lange Zeit zur Unsichtbarkeit gezwungen. Erst gegen Ende der 1990er Jahre meldeten sich intersexuelle Personen erstmals auch öffentlich zu Wort. Die Narration ihrer Erfahrungen fängt an, die Öffentlichkeit zu beeinflussen und verändert so auch die individuellen Lebenswirklichkeiten von intersexuellen Personen.

»mixed_me« nähert sich diesen Narrationen und versucht, Raum zu schaffen für eine Reflexion, die über die Zweiteilung »Mann/Frau« hinausgeht.
»mixed_me« ist ein Manifest der Ambiguität der menschlichen Natur, fordert das Recht nach Mehrdeutigkeit und erzählt vom Prozess des Aufbaus einer Identität zwischen dem menschlichen Verlangen nach »Normalität« und dem Wunsch, einzigartig zu sein: ein Mensch auf der Suche nach seiner Position in der Welt, die ihm immer wieder eine Rolle zuweist, die er nicht besetzen kann oder will.

Vielfältige Stimmen und Machtverhältnisse, Fakten und Positionen werden durch den Filter eines lebendigen Körpers wiedergegeben wie in einem Labyrinth aus verzerrten Spiegeln. Die Performance eröffnet ein Laboratorium der Fakten und der Möglichkeiten und wirft dabei immer wieder die Frage auf: »Wie viele kann eine Person sein?«

Tanz, Video und Sprechtheater, emotionale Zustände und Doku-Fiction verweben sich zu einem komplexen und vielstimmigen Netz – ein performatives Kaleidoskop zwischen Geschichte, Mythos, Medizin, Gender Studies, Aktivismus, Poesie und Alltag.

Der Thementag Intersexualität am So, den 27.11 im Südufer ergänzt den Aufführungszyklus von mixed_me. Das Publikum erwartet ein vielfältiges Programm mit Workshops, einer moderierten Podiumsdiskussion, Gesprächen und einer Filmvorführung.
Mehr Informationen zum Thementag »Intersexualität«

Premiere: Donnerstag 24.11.2016 – 20 Uhr, Südufer
Weitere Vorstellungen: Freitag 25.11. und Samstag 26.11.2016 jeweils 20 Uhr

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Mit

Konzept, Dramaturgie, Regie, Bühne: Aurora Kellermann
Performance, dramaturgische Assistenz: Jo Koppe
Musik, Komposition: Munsha
Produktionsleitung, Regieassistenz: Chris Wohlrab
Video: Elisa Gómez Alvarez, Timo Kreitz
Puppenbau: Anika Witte
Lichtdesign: Conny Winterholler
Eine Produktion von Aurora Kellermann in Zusammenarbeit mit Jo Koppe

 

Gefördert durch den Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg und durch das Kulturamt der Stadt Freiburg. Mit freundlicher Unterstützung des Schloss Bröllin e.V., Kostümkollektiv, Berlin und TATWERK | Performative Forschung.

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